Carlone Contemporary
herman de vries 108 pfund lavendel
Oberes Belvedere bis 13. September 2026
Ein intensiver Duft erfüllt den Carlone-Saal im
Oberen Belvedere: In elliptischer Anordnung breiten sich 54 Kilogramm
blauviolette Lavendelblüten am Boden aus und treten mit den Fresken von
Carlo Innocenzo Carlone in einen Dialog. Mit der konzeptuellen Arbeit 108 pfund lavendel
bringt der niederländische Künstler herman de vries ein Stück Natur in
den barocken Kontext. Im vergangenen Jahr für die Belvedere-Sammlung
angekauft, wird die Installation nun im Rahmen der Reihe CARLONE
CONTEMPORARY präsentiert. Unter dem illusionistischen Deckenfresko
entfaltet sie ein multisensorisches Besuchserlebnis.
Generaldirektorin und Kuratorin Stella Rollig: herman
de vries versteht es, die Natur in ihrer stillen Präsenz erfahrbar zu
machen. Seine Arbeiten laden dazu ein, innezuhalten und die sinnliche
Wirkung natürlicher Elemente bewusst wahrzunehmen. Mit 108 pfund lavendel *entsteht im Carlone-Saal ein poetischer Dialog zwischen der reduzierten
Setzung der Lavendelblüten und der opulenten barocken Bildwelt des
Deckenfreskos.
Natur ist Kunst – diesem Credo folgt herman de vries
seit mehr als fünf Jahrzehnten. Ursprünglich als Botaniker und
Landschaftsgärtner ausgebildet, verknüpft er in seinem künstlerischen
Schaffen wissenschaftliche Herangehensweisen wie Beobachten,
Systematisieren und Archivieren mit mythologischen Erzählungen und
philosophischen Perspektiven. Bereits als Mitglied der
Künstler*innengruppe nul und in seiner informellen Malerei setzte er
sich mit grundlegenden Strukturen der Wahrnehmung auseinander, bevor er
sich ab den 1970er-Jahren verstärkt ökologischen Fragestellungen
zuwandte, die ihn bis heute zu einem der bedeutendsten Vertreter der
Environmental Art machen.
Im Zentrum der Arbeit von herman de vries steht die
unmittelbare Begegnung mit der Natur, stets geleitet von einem tiefen
Verständnis und Respekt vor den natürlichen Ressourcen der Erde. Bei
seinen täglichen Erkundungen – etwa im fränkischen Steigerwald oder auf
Reisen – sammelt er Blumen, Steine, Äste, Erde, Knochen, Gräser,
Mineralien u. v. m. Diese Objets trouvés arrangiert er zu sinnlichen
Installationen, denen in ihrer Schlichtheit eine eigene ästhetische
Kraft innewohnt. 108 pfund lavendel aus dem Jahr
1991 ist ein eindrucksvolles Beispiel für diese Arbeitsweise: Die
elliptische Ausbreitung der getrockneten Blüten erfüllt den Raum mit
Farbe und Duft und schafft unter dem Deckenfresko des Carlone-Saals eine
unmittelbare Verbindung zwischen barocker Bildwelt und Naturerfahrung.
Biografie herman de vries
herman de vries ist 1931 in Alkmaar (NL) geboren. Der Künstler lebt und arbeitet in Eschenau (DE).
Ausstellungen (Auswahl): Somerset House, London,
MuseumsQuartier, Wien, Georg Kolbe Museum, Berlin, Ernst-Barlach-Haus,
Hamburg. 1997 war er bei den Skulptur Projekten in Münster vertreten,
2015 bespielte er den niederländischen Pavillon auf der 56. Biennale di
Venezia. Seine Arbeiten sind in folgenden Sammlungen zu finden
(Auswahl): Stedelijk Museum Amsterdam, Kunstmuseum Den Haag,
Bibliothèque nationale de France, Paris, Museum of Modern Art, New York,
Victoria and Albert Museum, London.
In der Reihe CARLONE CONTEMPORARY
werden halbjährlich im Carlone-Saal des Oberen Belvedere
zeitgenössische Werke präsentiert. Die Künstler*innen nehmen Bezug auf
das barocke Bildprogramm der Fresken im Saal und schlagen eine Brücke
von der antiken Götterwelt Apolls und Dianas in die Gegenwart.
Bildrechte: Bild(er) beigestellt durch: Belvedere Public Relations
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