385 Sterne lässt der Michelin-Restaurantführer 2023 über dem italienischen Stiefel funkeln. So
viele wie nie zuvor. Bei den 3-Sterne-Genusstempeln weist der aktuelle Gourmet-Kompass
landesweit einen einzigen Neuzugang aus. Die Villa Crespi am Ortasee mit Chef Antonino
Cannavacciuolo hat es in die gastronomische Spitzen-Liga geschafft.
Es war die kulinarische Reise vom Süden des Stiefellandes bis in seine nördlichen Regionen, die Guide
Michelins Restaurant-Tester in den höchsten Tönen schwärmen ließ. Mit jedem Gang die Aromen
einer anderen italienischen Region am Gaumen spüren – das ist Idee, die hinter Cannavacciuolos
Degustationsmenü steckt. Angefangen mit den kulinarischen Charakteristika seiner geliebten
Heimatregion Kampanien über Gaumenkitzel mit dem Besten, was das innere Italien zu bieten hat bis
hin zu Gabelfreuden, die typisch sind für die Küche des Piemont, der Wahlheimat des 47-jährigen
Ausnahmekochs. Nach seiner Ausbildung in der süditalienischen Heimat und einigen Praxisjahren in
französischen Küchen hatte Cannavacciuolo 1999, mit gerade mal 24 Jahren, die Villa Crespi
übernommen. Seither leitet er das Restaurant gemeinsam mit Ehefrau Cinzia. Das Ambiente könnte
exklusiver kaum sein. Die Villa Crespi in Orta San Giulio am Ortasee mutet an wie ein Schlösschen im
maurischen Stil. Cristoforo Benigno Crespi, ein Mailänder Baumwollfabrikant, hatte sie sich Ende des
19. Jahrhunderts als Landsitz in der Bilderbuchlandschaft des von Hügeln gerahmten Sees errichten
lassen. Das hier ein Chef mit großem Talent und mindestens ebenso großem Ehrgeiz für
außergewöhnliche Gaumenfreuden sorgt, sprach sich schnell herum. 2003 bekam die Villa Crespi
ihren ersten Stern. Schon 2006 folgte der Nächste. Nun, 16 Jahre später, gehört das Restaurant in der
einstigen Fabrikantenvilla zu den Top-Zwölf Italiens.
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