Maltas Oldtimer Busse

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Der öffentliche Nahverkehr auf Malta wurde 1905 eingeführt. Bis 1994 waren die heute gelben Linienbusse einheitlich grün gestrichen, diese Farbgebung stammte noch aus den frühen 1980er-Jahren und sollte damals die Verbundenheit Maltas mit Lybien zum Ausdruck bringen. Die Busse auf Gozo waren traditionell grau. Bis ca. 2010, vor der Einführung der neuen Busse und der einheitlichen Vergabe des öffentlichen Nahverkehrs an Arriva waren die Linienbusse im Eigentum des jeweiligen Busfahrers. Die Busse waren größtenteils veraltet, zahlreiche Linienbusse stammten noch aus der Kolonialzeit, waren also gut 50 Jahre alt. Wer aussteigen wollte, musste an einer Leine ziehen, die zu einer neben dem Fahrer montierten mechanischen Klingel führte. Die Türen der Busse waren abmontiert oder blieben während der Fahrt offen. Der Fahrtwind ersetzte damit die Klimaanlage. Diese Busse galten bei den einen als Touristenattraktion, bei anderen höchstens als brauchbares Nahverkehrsmittel. Nicht nur die Busse waren im jeweiligen Eigentum der Fahrer, auch fuhren die Fahrer ähnlich wie Taxibetreiber teilweise auf eigenes finanzielles Risiko. Wer nicht über ein Abonnement verfügte, bezahlte bar beim Fahrer, Rückgeld war nicht immer verfügbar. Die Linien und Fahrten auf den jeweiligen Linien wurden zwar den Fahrern zugeteilt, hingegen existierte auf den meisten Linien kein exakter Fahrplan, sondern lediglich eine ungefähre Intervallangabe, innerhalb derer die Busse verkehrten (je nach Linie Takt zwischen zehn Minuten und mehreren Stunden). Aufgrund der beschränkten Transportkapazität der alten Busse bestand keine Mitnahmegarantie, in Stoßzeiten oder bei Gruppen musste auf den nächsten oder übernächsten Kurs gewartet werden. Zu diesem Zweck wurde entsprechend dem kolonialen Erbe präzise Schlange gestanden.
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  Aus für Maltas historische Busse: Der kleinste EU-Staat hat beschlossen, seine altertümlichen Transportmittel aus dem Verkehr zu ziehen. Die seit den 1950er Jahren fahrenden gelben öffentlichen Oldtimer verschmutzten die Umwelt und entsprächen nicht den modernen Standards.
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  Foto Werner Reichel
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