Buchtipp: Mythos Kamera Waum Fotografie mehr ist als das drücken des Auslösers

Fotografie wird häufig als technische Disziplin verstanden. Kameras, Objektive, Einstellungen. Doch genau dort beginnt ein Missverständnis, das viele Menschen begleitet, die sich mit Fotografie beschäftigen: Gute Bilder entstehen nicht dort, wo Technik perfektioniert wird – sondern dort, wo Wahrnehmung beginnt.

Mit „Mythos Kamera – Warum Fotografie mehr ist als das Drücken des Auslösers“ hat der Fotograf Marco Herrmann ein Buch geschrieben, das sich bewusst von klassischen Technikratgebern abgrenzt. Im Mittelpunkt stehen nicht Werkzeuge oder Ausrüstung, sondern Entscheidungen, Blickführung, Entwicklung und der menschliche Anteil an der Bildentstehung.

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Haus der Kunst: Carsten Nicolai | Ausstellungseröffnung | 3.6−17.7.22 | München

Der in Berlin lebende Künstler Carsten Nicolai (*1965 in Karl-Marx-Stadt) möchte in seinen Medieninstallationen unsichtbare Phänomene erfahrbar machen und vereint dazu die Disziplinen Musik, Kunst und Wissenschaft. Er beschäftigt sich mit mathematischen Modellen wie Raster und Codes, Fehlfunktionen und autonomen Strukturen und nutzt mit seiner Hingabe zum Reduktionismus elektronische Musik, um eigene Zeichensysteme, Klanglehren und visuelle Symbole zu entwickeln.

Die ortsspezifische Installation transmitter / receiver – the machine and the gardener (2022) am Haus der Kunst ist eine multi-sensorische Arbeit, die von Zen Gärten inspiriert wurde. Diese stellen das Universum in Miniaturform dar und laden Gärtnerinnen ein, abstrakte Ausdrucksformen in der Natur zu beobachten. In der Arbeit wird zusammen mit einem sich ständig verändernden Lichthorizont der Klang kosmischen Rauschens erfahrbar gemacht. Ein skulpturales Instrument („machine“) wird von Geigerzählern gesteuert und stößt einen elektrischen Impuls aus, sobald ein kosmisches radioaktives Teilchen festgestellt wird. Dieser Impuls reguliert das hörbare kosmische Rauschen, das separat auf dem Dach des Haus der Kunst von einer Antenne empfangen wird. Ein Lichthorizont wird wiederum sowohl durch die zufällige Begegnung radioaktiver Partikel verändert, als auch durch die Zeit innerhalb der aktuellen Mondphase. Dadurch entsteht eine Komposition, die gänzlich von der Zufälligkeit kosmischer Teilchen gesteuert wird. Die hypnotisierende Arbeit lädt Besucherinnen ein zur Kontemplation in einem Raum voller willkürlicher Frequenzen und Intensitäten. Als Referenz des lateinischen Worts „curare“ – sich kümmern – wird ein Mitglied des kuratorischen Teams als „Gärtner*in“ in der Installation ritualisierte Handlungen der Pflege durchführen und die physischen Elemente der Installation subtil neu arrangieren.

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Haus der Kunst - Fujiko Nakayas Nebelskulpturen - Erste umfassende Werkschau außerhalb Japans

„Nebel lässt sichtbare Dinge unsichtbar werden, während unsichtbare – wie der Wind – sichtbar werden.“ Fujiko Nakaya

Die Künstlerin und Bildhauerin Fujiko Nakaya (*1933 in Sapporo, Japan) wird im Haus der Kunst in München mit der ersten umfassenden Retrospektive außerhalb Japans gewürdigt. Die Ausstellung wird kuratiert vom Künstlerischen Leiter Andrea Lissoni und der Kuratorin Sarah Johanna Theurer und läuft vom 8. April – 31. Juli 2022.

Nakayas Nebelskulpturen sind zu einem Synonym für die Künstlerin geworden. Sie bestehen vollständig aus reinem Wasser und fordern damit traditionelle Vorstellungen von Skulpturen heraus. Je nach Temperatur, Wind und Atmosphäre verändern sie sich in jedem Augenblick, es entstehen temporäre, grenzenlose Skulpturen, die sich physisch mit dem Publikum verbinden. Die ephemeren Nebelskulpturen umhüllen die Betrachter*innen und versetzen sie in eine desorientierende, transzendente Verbindung mit der Umgebung. Früh inspiriert vom aufkeimenden ökologischen Bewusstsein, arbeitet Nakaya seit jeher mit Wasser und Luft – Elementen, die im Zusammenhang mit der Klimakrise mittlerweile besondere Bedeutung erlangt haben.

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Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes Oskar Anrather

Wir freuen uns Ihnen zum 100-jährigen Jubiläum der Salzburger Festspiele eine ganz besondere Ausstellung zu präsentieren.

Der „Meister der Leica“ Oskar Anrather hat unzählige Bilder als Pressefotograf von den Salzburger Festspielen in seinem Repertoire. Doch was verkörpert die Festspiele mehr als der berühmt-berüchtigte Jedermann von Hugo von Hofmannsthal…

Die Geschichte ist zeitlos und die Darsteller zahlreich. Nach mittlerweile 700 Vorstellungen und 100 Jahren Bühnenpräsenz ist sie mit den Salzburger Festspielen verknüpft wie kein anderes Stück.

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Blind Faith: Zeitgenössische Kunst zwischen Intuition und Reflexion (Haus der Kunst, München)

Durch die sozialen Medien und das Internet haben Printmedien, Radio und Fernsehen in Bezug auf Nachrichten, Fakten und Hintergrundinformationen ihre ehemalige Monopolstellung teilweise eingebüßt. Zwar hat sich das Spektrum von Informationsquellen erweitert, aber die Masse an Information, sei sie fundiert oder fake, hat in ihrer Unüberschaubarkeit für den Einzelnen eine destabilisierende Wirkung. Im Zuge dieser Entwicklung haben harte Tatsachen an Gewicht verloren; zudem ist die Tendenz entstanden, Nachrichten und Informationen mit emotionalen Anteilen zu mischen. In extremer Ausprägung kann an die Stelle von solider Information „blindes Vertrauen“ treten.

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Kiki Smith: Procession im Haus der Kunst München

In über drei Jahrzehnten hat die amerikanische Künstlerin Kiki Smith (geb. 1954 in Nürnberg) ein facettenreiches Werk geschaffen, das sich mit den politischen und sozialen, den philosophischen und spirituellen Aspekten der menschlichen Natur befasst. Ihre analytische Durchdringung des Körpers – ohne Scheu vor Tabus und Grenzen der Scham – stellt die Bedingungen menschlichen Daseins zur Diskussion: Alter, Tod und Sterben, Verwundung und Heilung, Ganzheit und Fragmentierung, Sexualität und Geschlecht, Identität und Erinnerung. Dabei nutzt Kiki Smith neben der Skulptur eine Vielzahl anderer Medien, insbesondere Zeichnung, Radierung und Lithografie, auch Buch, Fotografie und Video. Sie verwendet eine Fülle von Materialien, z.B. Bronze, Gips, Glas, Porzellan, Papier, Pigment, Aluminium, Latex, Federn, Haar und Bienenwachs.

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