Unser Essen viel mehr als nur ein Energielieferant
Wenn wir über unser Essen sprechen, verbinden viele von uns das Thema sofort mit bestimmten Glaubenssätzen:
- „Was der Bauer nicht kennt, isst der Bauer nicht.“
- „Fleisch liefert alles, was der Körper braucht“.
- „Säfte sind gesund, weil sie aus Obst bestehen.“
- „Ich esse, worauf ich Lust habe – der Rest ist egal.“
- „Gesundes Essen macht nicht richtig satt.“
- „Light-Produkte sind besser für die Figur.“
- „Vegan ist automatisch gesund.“
Die Liste kann man problemlos erweitern – das hier sind lediglich nur ein paar typische Beispiele.
Solche Überzeugungen prägen unseren Blick auf Ernährung. Wir hinterfragen sie selten, sondern übernehmen sie automatisch. Viele davon stimmen nicht oder sind längst überholt. Sie fühlen sich jedoch vertraut und richtig an – und genau deshalb stellen wir uns kaum die Frage, welche Wirkung bestimmte Lebensmittel tatsächlich auf unseren Körper haben.
So rutscht Essen schnell in zwei Kategorien: Energiequelle oder Genussmittel.
Doch unsere tägliche Ernährung hat eine viel größere Aufgabe: Sie soll unseren Körper mit all den Nährstoffen versorgen, die er braucht, um gesund, stabil und leistungsfähig zu bleiben – körperlich wie emotional.
Den Kalorienbedarf decken wir problemlos. Wie sieht es mit Vitalstoffen aus?
Den Bedarf an Kalorien decken wir heute ohne Mühe – oft sogar im deutlichen Überschuss. Doch viel wichtiger als die reine Kalorienmenge ist die Frage, ob unser Körper wirklich mit allen wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen versorgt wird.
Und genau das ist in unserer modernen Welt gar nicht so selbstverständlich, wie es auf den ersten Blick scheint. Trotz prall gefüllter Supermarktregale fällt es vielen Menschen schwer, sich ausgewogen zu ernähren. Wir greifen häufig zu Lebensmitteln, die zwar satt machen, aber nur wenig Vitalstoffe liefern.
So entstehen Mahlzeiten, die zwar Energie bringen, aber kaum Substanz – wir essen „leere Kalorien“.
Wie ist unsere Ernährung eigentlich von der Natur gedacht?
Ein einfaches Beispiel macht deutlich, wie sehr die Qualität unserer Nahrung von ihrer Verarbeitung abhängt: Wenn wir beim Spazierengehen einen Apfel direkt vom Baum pflücken und ihn komplett essen – mit Schale, Fruchtfleisch und allem, was dazugehört – bringt er genau die Stoffe mit, die unser Körper braucht, um ihn optimal zu verstoffwechseln. Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe arbeiten wie ein kleines Team zusammen.
Sobald wir den Apfel jedoch schälen, gehen bereits viele dieser wertvollen Vitalstoffe verloren. Unser Körper versucht dann, die fehlenden Stoffe aus anderen Reserven zu ziehen. Passiert das regelmäßig, kann es langfristig zu einem Mangel kommen – und daraus entwickeln sich irgendwann Beschwerden oder Krankheiten.
Unser Körper gleicht viel aus. Kann er das unendlich?
Unser Körper ist unglaublich schlau und gibt täglich sein Bestes, um eine Fehlernährung auszugleichen. Er arbeitet wie ein guter Handwerker: Er hat das Wissen, die Werkzeuge und die Fähigkeiten – aber ohne das richtige Material kann er seine Arbeit nur begrenzt gut erledigen.
Solange wir ihm nicht alle notwendigen Nährstoffe liefern, muss er ständig improvisieren. Er zieht Vitamine und Mineralstoffe aus Reserven, verschiebt Prozesse, gleicht Mängel aus und hält uns so gut es geht funktionsfähig.
Doch irgendwann sind diese Kapazitäten erschöpft.
Weil Beschwerden nicht sofort auftreten, wenn wir zum Beispiel etwas Süßes essen oder eine Mahlzeit nährstoffarm ist, bringen wir unsere Ernährung oft nicht mit späteren Symptomen in Verbindung. Die Folgen zeigen sich schleichend – Müdigkeit, Hautprobleme, Stimmungsschwankungen, Infektanfälligkeit, Verdauungsbeschwerden oder langfristig sogar chronische Erkrankungen.
Wie sah die Nahrung aus, bevor es Supermärkte, Lieferdienste und Tiefkühlregale gab?
Unsere Vorfahren in der Steinzeit lebten als Jäger und Sammler. Eine typische Mahlzeit bestand aus Wildfleisch oder Fisch, Wurzeln, Beeren, Nüssen und saisonalen Pflanzen – gelegentlich auch aus Eiern oder Honig.
Sobald sie an Nahrung kamen, wurde sie direkt verzehrt: ohne Kochen, ohne Schälen, ohne lange Lagerzeiten. Bei der Nahrungssuche waren sie ständig in Bewegung und aßen, wenn sie Hunger hatten – nicht nach Uhrzeit oder Plan.
Ihre Nahrung war sehr natürlich und unverarbeitet und ich denke, sie hat ihnen auch geschmeckt – sonst hätten sie sie wohl nicht gegessen.
Unser Essen blieb sehr lange natürlich.
Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts war die Selbstversorgung noch weit verbreitet – erst mit der Industrialisierung wurde Weißmehl für die breite Bevölkerung verfügbar.
In ländlichen Regionen war die Ernährung geprägt von dem, was selbst angebaut, gesammelt oder gehandelt wurde.
Brot wurde aus grobem Vollkornmehl gebacken – meist aus Roggen, Dinkel oder Gerste. Es war dunkel, sättigend und reich an Ballaststoffen.
Gemüse kam aus dem eigenen Garten, Obst wurde eingekocht oder getrocknet. Fleisch gab es selten – meist nur zu besonderen Anlässen oder aus eigener Tierhaltung.
Milchprodukte, Eier und Hülsenfrüchte waren wichtige Eiweißquellen. Zucker war teuer und kaum verfügbar – Honig oder getrocknete Früchte dienten als Süßungsmittel.
Gekocht wurde einfach, saisonal und mit dem, was gerade da war. Die Menschen waren körperlich aktiv, und Essen war Teil des Lebensrhythmus – nicht dessen Mittelpunkt.
Danach hat sich unsere Nahrung immer weiter verändert – von ganz natürlich und wenig verarbeitet hin zu stark verarbeitet und möglichst lange haltbar.
Was essen wir heute? Welche Kriterien sind uns wichtig?
Wenn wir uns fragen: „Was essen wir heute?“, dann entscheiden viele von uns nach ganz einfachen Kriterien: Das Essen soll schmecken, günstig sein und schnell gehen.
Und genau diese Bedürfnisse bestimmen das Angebot. Unsere Supermarktregale spiegeln das wider: eine riesige Auswahl an Produkten, die schnell zubereitet sind, lange haltbar bleiben und möglichst intensiv schmecken.
Doch diese Bequemlichkeit hat ihren Preis. Die Schnelligkeit, die wir uns wünschen, geht oft auf Kosten unserer Gesundheit. Viele dieser Lebensmittel liefern zwar Energie und sättigen kurzfristig, enthalten aber nur wenige Vitalstoffe. Sie sind praktisch – aber nährstoffarm.
Warum sind im Alltag schnelle Lösungen so verlockend?
Unser Alltag ist vollgepackt mit Terminen, Verpflichtungen und ständiger Erreichbarkeit. Viele Menschen stehen unter Zeitdruck, sind müde oder gedanklich schon beim nächsten Punkt auf ihrer To‑do‑Liste. In solchen Momenten soll Essen vor allem eines: einfach funktionieren.
Schnelle Produkte wirken dann wie eine praktische Rettung. Sie sind sofort verfügbar, brauchen kaum Vorbereitung und sorgen dafür, dass wir schnell satt werden. Deshalb greifen wir so häufig zu ihnen – nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus Überforderung, Zeitdruck und dem Wunsch, den Alltag irgendwie zu meistern.
Kurzfristig macht das kaum einen Unterschied. Doch langfristig fehlt dem Körper genau das, was ihn stabil, belastbar und gesund hält.
Und oft bekommen wir das Gefühl, dass diese schnellen Produkte gesund sind – einfach, weil die Verpackung es verspricht. „Fettreduziert“, „Ohne Zucker“, „Vollkorn“, „Eiweißreich“, „Mit Vitaminen“ – solche Aufdrucke lassen Produkte automatisch gesund erscheinen. Unser inneres Warnsignal schaltet sich ab, weil die Verpackung uns ein gutes Gefühl gibt.
Ob ein Lebensmittel wirklich nährstoffreich ist, erkennen wir jedoch erst, wenn wir die Verpackung genauer anschauen – und dafür braucht es Wissen, um die Zutatenliste überhaupt entschlüsseln zu können.
Und ein kleiner, aber wichtiger Hinweis: Die wirklich gesunden Lebensmittel brauchen keine Zutatenliste, z.B. Obst und Gemüse.
Was können wir tun? Oder: Was ist denn heute überhaupt noch gesund?
Zuerst sollte man sich anschauen, wie die aktuelle Ernährungssituation aussieht. Als Orientierung kann der Satz von Prof. Dr. Werner Kollath dienen: „Lass die Nahrung so natürlich wie möglich.“ Es geht dabei nicht um Perfektionismus oder Verzicht, sondern um die Frage: Wie kann ich meine Ernährung so optimieren, dass sie meinem Körper guttut und trotzdem in meinen Alltag passt?
Es macht wenig Sinn, von heute auf morgen alles zu 100 % zu verändern und dann wegen Überforderung nach kurzer Zeit wieder aufzuhören. Große Ziele erreicht man am besten mit kleinen Schritten – das gilt auch für die Ernährung.
Am Anfang kann es helfen, vor jeder Mahlzeit etwas Frisches zu essen, zum Beispiel Gemüse oder Obst. Es muss nicht gleich ein Salat sein. Eine Gurke, Möhre, Tomate oder ein Apfel lassen sich ohne viel Zeitaufwand einfach so essen. Es geht darum, langsam gute Gewohnheiten zu entwickeln und später den Anteil an vitalstoffreichen Lebensmitteln zu steigern.
Warum frisches vor dem eigentlichen Hauptgang? Wenn wir richtig Hunger haben, schmeckt das Essen besser – also schmecken auch Obst und Gemüse intensiver. Außerdem werden sie in dieser Reihenfolge oft besser verdaut. Wenn jemand vorher kaum frische Lebensmittel gegessen hat, braucht der Körper etwas Zeit, um sich daran zu gewöhnen. Es kann anfangs zu Blähungen kommen, bis die passenden Darmbakterien wieder vorhanden sind.
Sehr empfehlenswert ist es auch, darauf zu achten, wie man sich nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel fühlt. Wenn ich Pommes mit Schnitzel und Mayo gegessen habe, fühle ich mich anders, als wenn ich einen großen Salat gegessen habe. Im ersten Fall werde ich wahrscheinlich müde, im zweiten fühle ich mich eher leicht. Das heißt: Ich beobachte, wie bestimmtes Essen auf meinen Körper wirkt.
So integriert man nach und nach mehr vollwertige Lebensmittel in die Ernährung. Rezepte können leicht angepasst werden, indem man bestimmte Zutaten austauscht. Es macht zum Beispiel Sinn, einen Tag auf Fleisch zu verzichten und stattdessen etwas aus Hülsenfrüchten zu kochen. Auch die Vielfalt pflanzlicher Lebensmittel lässt sich gut erweitern. Immer wieder etwas Neues probieren – denn unterschiedliche Lebensmittel enthalten unterschiedliche Vitalstoffe, die unser Körper braucht. Und unsere Darmbakterien freuen sich ebenfalls über abwechslungsreiche, leckere Mahlzeiten.
Wichtig dabei: Das Essen muss schmecken! Sonst kann eine innere Abneigung entstehen. Das bedeutet aber nicht, dass unser Geschmack unveränderbar ist. Ich habe früher viele Süßigkeiten gegessen – heute wären sie mir viel zu süß. Mein Geschmack hat sich verändert, weil ich meine Ernährung verändert habe.
Hier lohnt es sich, einfach auszuprobieren: Obst, Gemüse, Beeren, verschiedene bunte Salate, Kräuter, Samen und Nüsse, Hülsenfrüchte, kaltgepresste Öle.
Wenn jemand Schwierigkeiten bei der Umstellung hat, sollte man sich professionelle Unterstützung holen.
Den Körper mit allen notwendigen Lebensmitteln zu versorgen, bedeutet, ihm mit Respekt zu begegnen. Und er wird es uns danken.
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Die Harmoniewerkstatt in Bad Salzungen bietet psychologische Beratung,
Trauerbegleitung, Gesundheits- und Ernährungsberatung sowie
Unterstützung bei Hochsensibilität. Gründerin Anna Bondank verfügt über
Ausbildungen in psychologischer Beratung, Gesundheits- und
Ernährungsberatung, Trauerbegleitung, Vitalstoffberatung und
Darmgesundheitsberatung.
Die Unterstützung erfolgt individuell, da jeder Mensch unterschiedliche
Bedürfnisse und Voraussetzungen mitbringt. Die Harmoniewerkstatt
verbindet fachliche Kompetenz mit einer alltagsnahen, verständlichen und
wertschätzenden Begleitung. Ziel ist es, Menschen dabei zu
unterstützen, Belastungen zu reduzieren, innere Stabilität aufzubauen
und gesunde Gewohnheiten zu entwickeln, um mehr Wohlbefinden und
emotionale Balance im Alltag zu erreichen.
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