Haus der Kunst Programmübersicht 2026
Das Haus der Kunst verändert sich rasant. Mit dem Programm 2026 führt das Haus der Kunst seine Transformation hin zu einem offenen, experimentellen Raum fort, der Begegnung, Lernen und langfristiges, gemeinsames Gestalten ermöglicht. Die diesjährigen Ausstellungen vertiefen das Engagement für wegweisende Künstler*innen, wie Steina und Diane Severin Nguyen, die mit Technologien und Medien arbeiten.
Wasser fließt gleichsam als Thema und Metapher durch das Jahr und verbindet die Projekte, die um Denkmäler, Ökologie, wechselseitige Abhängigkeit sowie unsere Beziehung zu Umwelt, Technologie und verkörperlichter Erfahrung kreisen. So wird Tomás Saracenos Ausstellung das Gebäude in einen Raum für planetarische Resonanz verwandeln und das Publikum dazu einladen, das Haus der Kunst auf eine andere Art zu erleben. Auch in diesem Jahr bleiben Live- und Sound-Projekte das Herzstück des Hauses und verleihen den Spannungen, Sehnsüchten und Rhythmen unserer Zeit eine Stimme.
Andrea Lissoni, Künstlerischer Direktor: „Alles ist Programm – ein lebendiges Netz an Ausstellungen und Begegnungen, die sich gegenseitig aktivieren und verstärken und so ein gemeinsames Erlebnis von Kunst, Ökologie und Entdeckungen in einer zusehends vernetzten Welt schaffen. Wir freuen uns darauf, Sie auf dieser Reise voller Fantasie, Lernen, Spiel und freudigem Experimentieren willkommen zu heißen.“
PROGRAMMÜBERSICHT 2026
ECHOES. Skin Contact
30.1.–8.2.26
Unsere jährliche Live-Ausstellung ECHOES widmet sich in der vierten Ausgabe „Skin Contact" dem Erwachsenwerden in einer von digitalen Technologien geprägten Welt und fragt, wie wir mit anderen Menschen und mit nicht-menschlichen Wesen in Verbindung treten. Mit 7038674567, Gabriel Abrantes, Ed Atkins, Kara-Lis Coverdale, Angel Dimayuga & Gäste, Damsel Elysium, Fine, Invernomuto, Adam Linder, Malibu, OMSK Social Club, PILLBERT, STILL und Lechuga Zafiro.
Für Kinder. Studientage
20. & 21.3.26
Dieses Symposium bietet die Gelegenheit, tiefer in die Themen der Ausstellung „Für Kinder. Kunstgeschichten seit 1968“ einzutauchen. Das zweitägige Programm umfasst Podiumsdiskussionen, Performances und Workshops. Es bringt Teilnehmerinnen aus aller Welt zusammen, die lokale und globale Perspektiven darauf teilen, wie Künstlerinnen seit 1968 Kinder und junge Zuschauer*innen adressieren.
Steina: Playback
12.6.–7.12.26
„Steina: Playback“ ist die erste große Retrospektive von Steina (geb. 1940, Reykjavík, Island), einer Wegbereiterin der Video- und Medienkunst, in Deutschland. Als klassisch ausgebildete Violinistin wandte sie sich Ende der 1960er-Jahre dem Medium Video zu und näherte sich ihm mit musikalischer Sensibilität. Von den frühen dokumentarischen Experimenten bis hin zu raumgreifenden Mehrkanal-Installationen bezeugt die Ausstellung Steinas lebenslanges Streben nach dem, was sie als „maschinelles Sehen“ bezeichnet: eine spielerische, nicht anthropozentrische Perspektive, die die Wahrnehmung über die Grenzen des Menschlichen hinaus erweitert.
Tao Schirrmachers Sammlung. Eisbach Treasures
26.6.26–7.2.27
Seit 2008 taucht Tao Schirrmacher, Europameister im Flusssurfen, auf den Grund des Münchner Eisbachs hinab, um verlorene Gegenstände ans Licht zu bringen. Wie die Gegenstände selbst, scheinen auch ihre Geschichten versunken und vergessen, tief unter der Oberfläche verborgen. Die Präsentation dieser Sammlung entstand aus dem Wunsch heraus, diesen Objekten ihre Geschichten zurückzugeben – oder neue über sie zu erzählen.
Maria VMier
26.6.26–7.2.27
Inspiriert von mündlichen Überlieferungen von Mitarbeitenden, die seit Jahrzehnten im Haus der Kunst tätig sind, arbeitet Maria VMier (geb. 1985, Passau) vor Ort an einer Konstellation miteinander verbundener Kunstwerke: einer ortsspezifischen Installation am Personaleingang, parasitär anmutenden Skulpturen, einer neuen Serie von Arbeiten auf Papier sowie einem eigens für diesen Anlass produzierten Künstler*innenbuch.
Tomás Saraceno
17.7.26–7.2.27
Tomás Saraceno (geb. 1973, San Miguel de Tucumán, Argentinien) verbindet Kunst, Architektur und Wissenschaft miteinander, um mögliche ökosoziale Zukunftsvisionen zu entwerfen. Die Ausstellung präsentiert seine zentralen Forschungsprojekte Aerocene und Arachnophilia sowie eine neue Auftragsarbeit, die gemeinsam mit Indigenen Gemeinschaften aus Las Salinas Grandes im Norden Argentiniens entwickelt worden ist. Im Haus der Kunst materialisieren sich diese Ideen in Gestalt von Luft-Skulpturen, Habitaten für verschiedenste Spezies und Environments, die neue Arten von Aufmerksamkeit erfordern. Gemeinsam bieten die Arbeiten eine Plattform, um Formen der Koexistenz von Menschen und nicht-menschlichen Wesen neu zu überdenken. Die Ausstellung verwandelt das Gebäude in einen Raum für planetarische Resonanz. Sie lädt dazu ein, das Haus auf eine andere Art zu erleben.
Diane Severin Nguyen
20.11.26–16.5.27
Diane Severin Nguyen (geb. 1990, Kalifornien, USA) präsentiert erstmals eine völlig neue Werkreihe, in deren Zentrum ein neuer Film steht, der durch Fotografien, Skulpturen und eine partizipative kinetische Installation ergänzt wird. Die Künstlerin untersucht, wie die Wahrnehmungen von Krieg und Gewalt sich in unser zeitgenössisches Selbstverständnis einschreiben und Identität mitformen. Das Publikum findet sich in einer Atmosphäre wieder, in der Mitgefühl und Unterwerfung nicht mehr Gegensätze sind, sondern fließend ineinander übergehen.
TUNE
ganzjährig
Unsere TUNE-Residencies setzen im fünften Jahr die Überschneidungen von Sound, Musik und visueller Kunst fort. Das diesjährige Programm versetzt uns in den gegenwärtigen Moment, ins Hier und Jetzt, und bietet uns ein Live-Musikerlebnis mit Künstlerinnen, die angesichts der eigenartigen Zeit, in der wir leben, sowohl Freude als auch Schmerz Ausdruck verleihen. Künstlerinnen sind u.a. NEW YORK, Angel Bat Dawid, Eiko Ishibashi, Jim O’Rourke, Authentically Plastic, Arto Lindsay, Melvin Gibbs und Florian Hecker.
Wir führen zudem Formate fort, mit denen wir die Teilhabe unseres Publikums stärken (Open Haus, MMMHaus, Super BOOKS), die sich mit neuen Erinnerungen beschäftigen (Personaleingang, Archiv Galerie) sowie Kooperationen mit gleichgesinnten lokalen Institutionen festigen.
Haus der Kunst: Hier ist die Zukunft!
Das Haus der Kunst entwickelt sich rasant. Als globales Zentrum für zeitgenössische Kunst ohne eigene Sammlung konzentrieren wir uns auf die Zusammenarbeit mit lebenden Künstlerinnen und setzen neue Maßstäbe, um den kunsthistorischen Kanon neu zu bewerten. Unsere transdisziplinäre, transnationale und transgenerationale Herangehensweise verwebt die Programmpunkte zu einer fortlaufenden Erzählung und schafft einen neuen Kontext, um die zunehmend digitalisierte Welt besser zu verstehen. Das Haus der Kunst möchte bei der Erforschung des digitalen Wandels und seiner Auswirkungen auf die Kunst eine führende Rolle einnehmen. Unser Programm hebt die visionären Praktiken von Künstlerinnen der jüngeren Vergangenheit hervor, indem es sie mit den Experimenten der Gegenwart verbindet. Durch projektübergreifende Verbindungen und neue Ausstellungsformate entsteht ein Dialog mit dem Publikum.
„Das Haus der Kunst ist ein lebendiger Ort des Austauschs und der Begegnung. Wir streben danach, eine Institution mit einer vielfältigen, inspirierenden Identität zu sein – eine durchlässige und transparente Schnittstelle, deren öffentlicher Auftrag sowohl online als auch vor Ort sichtbar ist.“ Andrea Lissoni, Künstlerischer Direktor.
Adresse
Haus der Kunst
Prinzregentenstr. 1
80538 München
https://hausderkunst.de
Öffnungszeiten
Mi–Mo 10–20 Uhr
Di geschlossen
Open Haus – Fein rein, fein raus
Jeden letzten Freitag im Monat ist der Eintritt von 16–22 Uhr frei
Eintritt
Hausticket Large 15 € | ermäßigt 11 € || Hausticket Kids & Youngsters 5 € || Hausticket Large Family & Friends 35 € || Hausticket Small 10 € | ermäßigt 8 €
Jahreskarten
365 Live 100 € || Haus der Kunst 365 50 € Single | 90 € Partner
Bildcredit: Credit: Tomás Saraceno / The Sanctuary of Water, in Kollaboration mit und für die Indigenen Gemeinschaften von Salinas Grandes, Argentinien. Ein Werk von Tomás Saraceno in Zusammenarbeit mit der Aerocene Foundation und mit Unterstützung des Haus der Kunst, München, 2025–fortlaufend. © Studio Tomás Saraceno, 2025.
Bildrechte: Bild(er) beigestellt durch: Haus der Kunst
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